Ich bin süchtig

Hallo, mein Name ist Mischa. Und ich bin süchtig.
Nicht nach Koffein – obwohl davon auch reichlich fliesst. Süchtig nach AI-native Software Engineering. Nach dem grünen Testbalken um drei Uhr morgens. Nach dem Pull Request, den ein Agent schneller baut, als ich ihn lesen kann.
Und genau dieses Gefühl ist der gefährlichste Teil.
Der Rausch ist real
Es beginnt harmlos. Ein Agent löst eine Aufgabe, die sonst einen halben Tag gekostet hätte, in zehn Minuten. Tests laufen durch, grün über die ganze Breite. Ein Pull Request nach dem nächsten. Man merkt es zuerst gar nicht: Die Grenze zwischen «ich baue etwas» und «ich schaue zu, wie etwas gebaut wird» verschwimmt. Genau dort liegt der Kick. Nicht in der Geschwindigkeit allein, sondern im Gefühl, dass plötzlich alles möglich scheint.
Und ja, vieles davon ist real. Was heute an einem Abend entsteht, hätte vor drei Jahren ein Team gebraucht. Das ist kein Hype, das ist gemessen: Aufgaben, die ein Agent zuverlässig löst, werden alle paar Monate komplexer, seit Jahren konsistent. Wer das einmal erlebt hat, will nicht mehr zurück.
Und dann kommt der Moment, in dem man beginnt, alles gleichzeitig zu bauen. API, App, Agent, vielleicht gleich noch ein eigenes Betriebssystem – warum nicht. Die Agent-Task-Queue füllt sich von allein: 37 Folgeaufgaben, die niemand angefordert hat, aber die trotzdem plausibel klingen.
Wo der Spass aufhört
Der Rausch hat aber einen blinden Fleck. «Es läuft» ist nicht dasselbe wie «es ist gut gebaut». Ein Agent liefert mit derselben Zuversicht Code, der hält, wie Code, der beim ersten echten Lastwechsel zusammenbricht – und man merkt den Unterschied erst, wenn es zu spät ist. Je mehr ein Agent kann, desto wichtiger wird die Frage, wer eigentlich noch weiss, wo er aufhören sollte.
Das ist der Moment, in dem aus Enthusiasmus Verantwortung werden muss. Nicht als Bremse, sondern als Struktur: klare Verträge zwischen Mensch und Agent, überprüfbare Ergebnisse statt blindem Vertrauen, ein System, das Qualität wiederholbar macht statt sie dem Zufall zu überlassen. Genau das ist der Kern von beacon platform – nicht weniger bauen, sondern verantwortungsvoller.
Kein Entzug, sondern ein Rahmen
Ich bin nicht hier, um irgendjemanden von AI-native Software Engineering abzubringen. Im Gegenteil. Die Sucht ist der Antrieb, der uns überhaupt erst dazu bringt, an den Grenzen des Machbaren zu arbeiten. Was fehlt, ist nicht weniger Rausch, sondern ein Rahmen, der ihn produktiv hält – Methode, Plattform und Kontext, die aus einem einzelnen brillanten Prompt ein System machen, das man einer Organisation anvertrauen kann.
Der erste Schritt ist zuzugeben, dass man ein Problem hat. Der zweite ist, dafür zu sorgen, dass es ein produktives bleibt. Die Sucht ist der Antrieb, der mich überhaupt erst dazu bringt, an die Grenzen des Machbaren vorzustossen.
Mehr dazu, wie wir bei beacon. genau dieser Spannung umgehen, gibt es demnächst in dieser Reihe – AI-native Software Engineering, Beitrag für Beitrag, entlang der Keynote AI ate Agile for Breakfast, aus der alles entstanden ist.