# AI ate Agile for Breakfast

Nach zehn Jahren Abstinenz von der Lean Agile Scrum (LAS) Community wollte ich mit der steilen These <a href="/de/speaking/ai-eats-agile-for-breakfast" class="link-inline">AI eats Agile for Breakfast</a> wieder etwas beitragen. Mein Talk sollte ein Weckruf für die Community sein, die ich seit 2008 aktiv mitgestaltet habe. <span class="keyline">Die Konferenz fiel aus. Drei Wochen später halte ich die Eröffnungs-Keynote woanders – plus einen Workshop.</span> Die These hat sich in der Absage selbst bewahrheitet.

## 2008–2018: Der Aufbau von Lean, Agile & Scrum in der Schweiz

Als ich 2008 in die swissICT-Fachgruppe eingestiegen bin, hiess sie noch Scrum Breakfast. Damals konnte niemand etwas mit der Rugby-Analogie anfangen – Backlog, Sprints, Retrospektive waren komplett neue Wörter. Was wir vor allem in den ersten zehn Jahren erreicht haben, erfüllt mich mit Stolz: Heute gehören Backlog-Items, Sprints und Product Owner zu jeder Projektanfrage dazu. <span class="keyline">Agile ist zum de-facto-Standard in der Software-Entwicklung geworden.</span> Revolutionär war damals, über Mindset, Skillset, Toolset zu sprechen. Was heute vom Agilen Manifest übrig geblieben ist, ist leider nur noch Big Business: Scrum.org zählt 1,18 Millionen Zertifizierungen, Scrum Alliance macht damit rund 20 Millionen Dollar im Jahr, SAFe verkauft die «Licence to be Agile» im Abo für 295 Dollar pro Kopf pro Jahr. Fun fact: Keine Studie belegt den Nutzen von Zertifikaten – ausser für den Emittenten. <span class="keyline">Aus einer Bewegung wurde ein Geschäftsmodell.</span>

## Der Talk

<a href="/de/speaking/ai-eats-agile-for-breakfast" class="link-inline">AI eats Agile for Breakfast</a> – ein Referat über das Tempo von AI-native Software Engineering. Die These: Das Tempo ist so hoch, dass selbst Agilität zu starr wird. Zu viel Prozess für zu wenig Zeit. Der Engpass ist Können, nicht Kapazität. Der Schlüssel nicht hoch-, sondern herunterskalieren. Eingereicht am 17. Mai, angenommen und im <a href="https://lean-agile-scrum.ch/de/Home" class="link-inline">LAS-Programm</a> veröffentlicht.

## LAS 2026 – abgesagt

Anfang August kam die offizielle Mitteilung: „Leider mussten wir die diesjährige Ausgabe der LAS Konferenz absagen. Wir danken allen Interessierten für ihr Verständnis und freuen uns, Sie bei einer anderen swissICT-Veranstaltung begrüssen zu dürfen." Kein Vortrag, keine Bühne. <span class="keyline">Die These aber hat Bestand – und bekommt drei Wochen später nun doch noch eine Bühne.</span>

## Eröffnungs-Keynote am «E-Summit der Securiton Entwicklung»

Jörg Furrer, Bereichsleiter Entwicklung bei <a href="https://www.securiton.ch/" class="link-inline">Securiton AG</a>, hat das LAS-Konferenz-Programm gesehen. Spontan meldete er sich bei mir persönlich und wir führten ein sehr angenehmes Gespräch. Er entschied schnell. Eröffnungs-Keynote, 60 Minuten, beim E-Summit der Securiton Entwicklung am 8. September in Zollikofen. Und dann der Wendepunkt, den ich nicht erwartet hatte: <span class="keyline">zusätzlich ein AI-native Mob Programming Workshop.</span> Nicht nur zuhören – hands-on anfangen. Eine Engineering-Organisation, die in Können investiert statt in mehr Hände.

## Punchline

<a href="/de/crew/mischa#stations" class="link-inline">Zwanzig Jahre habe ich Organisationen „agil" gemacht</a> – die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), die GNSS Chip-Entwicklung bei u-blox. <span class="keyline">Für die damalige Zeit war „Agile" genau richtig, heute mit AI schlicht zu langsam.</span> <a href="/de/speaking/ai-eats-agile-for-breakfast" class="link-inline">AI eats Agile for Breakfast</a> – ist kein Versprechen, sondern das Protokoll. Sogar die Absage des Talks hat die These bewiesen.

Wenn auch Sie an einem Talk zu einem Thema rund um AI-native Software Engineering interessiert sind, dann melden Sie sich doch gerne. Ich freue mich immer, neue interessante Menschen kennenzulernen.
